FFF 2007 Reviews

Mittwoch 15.8.

Black Sheep

Get ready for the violence of the lambs!
Zwanzig Jahre nach Bad Taste hat wieder mal jemand, den Kiwis was ins Trinkwasser gemixt oder wie ist´s zu erkären, dass von dieser wunderschönen und beschaulichen Insel, so kaputte Filme kommen?
Für Black Sheep ist das Wort „kaputt“ allerdings als Kompliment aufzufassen, denn ich hab´ fast pausenlos Lachkrämpfe bekommen.
Als Splatterslapstick könnte man das Teil wohl am ehesten bezeichnen, dass voll gespickt ist mit blutigen Seitenhieben auf´s Splatter- und Goregenre ist.
Die Handlung ist schnell erzählt: Mensch manipuliert (gentechnisch) an Natur und Natur schlägt zurück. Zigfach dagewesen, aber niemals so brüllend komisch. Genüsslich reiht der Regisseur eine Ekelszene an die nächste und garniert sie mit knochentrockenen Sprüchen der Protagonisten. Wenn dann auch noch die Mensch-Schaf-Zombies mitmischen, ist der Blut+Eingeweide-Cocktail fertig! UGLY
Ich persönlich bin ja´ne Pussy und steh´ weder auf „KnietiefimBlutgesplatter“, noch auf „Zombieschwachfug“, aber wenn´s so – im wahrsten Sinne des Wortes – tierisch komisch ist, darf´s gern mehr sein!

8/10

The Lookout

Schwer in Worte zu fassen. Man sollte ihn sich einfach ansehen.
Sehr behutsam wird man in Story und an die Charaktere herangeführt und der Anfang könnte einem fast ein wenig lang werden, wenn da nicht so ausgezeichnete Darsteller (Joseph Gordon-Levitt, Jeff Daniels, Matthew Goode!!!) wären, die genau das nicht zulassen. Stattdessen merkt man bei zunehmender Dauer, dass dies eine ausgeklügelte Spirale der Dramatik und Gewalt ist, die sich immer schneller auf den wirklich coolen Höhepunkt zu bewegt.
Joseph Gordon-Levitt, der schon in Brick brillierte, entwickelt sich langsam zu einem meiner Lieblingschauspieler und ich freu mich, unter anderem, auch dewegen so sehr auf Shadowboxer, der auch auf´m FFF läuft und in dem er wieder mit von der Partie ist.

8/10

Donnerstag 16.8.

Out of the blue

Nicht erst seit Jan Delays Song „Kirchturmkandidaten“, Columbine und Erfurt wissen wir, dass wir mit unseren Mitmenschen pfleglich umgehen sollten. Einmal zuviel verarscht, abgezogen oder für dumm verkauft und es macht klick.
Dieser Film zeigt die Chronologie eines Amoklaufs, der 1990 tatsächlich ganz Neuseeland erschütterte, zumal das Paradies am anderen Ende der Welt so etwas ähnliches nie erlebt hatte.
Bestechend ist die Nähe und Intensität mit der man ins Geschehen reingezogen wird. Man ist nicht distanzierter Beobachter sondern Teil, erschreckend realistisch umgesetzten Story.
Was mich ein wenig gestört hat, war die mangelnde Beleuchtung des Täters im Vorfeld und die Umstände, die ihn soweit brachten. Auch wird er mir zu oft zweidimensional „Gaga“ dargestellt. Das vermittelt den Eindruck: „So Typen gibt´s halt und da kann man halt nix machen.“ Das wird dem ansonst so guten Film eigentlich nicht gerecht, trotzdem gleitet er nie ab in blossen Schreckensvoyeurismus.
Die Darsteller sind gut und die Regie für einen Debüttanten allemal brauchbar. Kameraführung gefiel mir weniger, da hier der weitverbreiteten Krankheit „Handkameraepilesie“ gehuldigt wird, d.h. man fuchtelt mit der Kamera wild in der Gegend herum, unterlegt das ganze je nach Wahl mit Schuss- oder Metzelgeräuschen und jeder Menge hysterischer Schreie. Das ganze soll wohl das Gefühl von Chaos und Panik vermitteln, aber eigentlich nervt´s nur gewaltig.
Wann wird diese in Mode gekommene Unart endlich auf hören. Zeigt es oder schneidet zur nächsten Szene!

7/10

London to Brighton

Dieser Film ist ein Paradebeispiel dafür, warum ich das FFF so liebe.
Eigentlich hatte ich einen recht ansehnlichen Film erwartet und plötzlich seh ich mich dem ersten, echten Highlight des Festivals gegenüber.
Diese Mischung aus Thriller, Road Movie und Sozialdrama umklammert mit eiskalter Hand das Herz des Zuschauers und lässt es auch nach dem Abspann nicht so schnell wieder los.
Die Darsteller sind einfach genial und obwohl ich kein Freund von Super-Cose-Ups bin, ist die Kamera hier meisterhaft geführt und sorgt für noch dichtere Atmosphäre.
Spannung, Angst, Abscheu, Verachtung, Hoffnung und Wut sind nur einige der Emotionen die den Zuschauer permanent in Atem halten.
Kein Film für den netten DVD-Abend, aber dafür ein Super Regidebut!

8,5/10

Paprika

Wow!! Der nächste Knaller. Meine Erwartungen waren sehr hoch und sie wurden nicht enttäuscht.
Dieser Anime hat einfach alles, was man sich wünscht. Eine gute Handlung, Chara´s, die einem auch emotional richtig ins Geschehen ziehen und dazu eine sagenhafte Bildgewalt, die aber niemals zur Effekthascherei verkommt, sondern exakt dosiert ist. Selbst die wenigen humoristischen Einlagen sind passend und echt witzig.
Auf der riesigen Kinoleinwald des 1er Cinemaxx war das alles noch überwältigender.
Ein prima Anime, den ich jedem Freund des Genre empfehlen möchte!

8,5/10

Stuck

Weltpremiere!
…und wieder ein Film, den ich nicht so gut erwartet hätte.
Zwar braucht er recht lang bis er endlich in Fahrt kommt, doch dann lacht man Tränen. Schwarzer Humor cool in Szene gesetzt. Die Darsteller sind voller Spielfreude und man merkt, dass sie offensichtlich Spaß beim Dreh hatten, denn so easy und beschwingt hat man selten einen Todeskampf erlebt. Mein Lieblingschara ist der Gangsta-Wagsta-Drug-Dealer-Boy-Friend des Hauptchara´s, denn der ist soooo geil.
Als BonBon hat der Film noch eine der witzigsten Bettszenen der Filmgeschichte parat.
Ansehen!

8/10

Death Note

Das ist also die tolle Story, die als Manga und Anime so hyped und seit Ewigkeiten auf meiner Pladde wartet, angeschaut zu werden???
Ich dachte, dass wird eines der Highlights des Festivals, doch das genaue Gegenteil war der Fall.
Was für eine hirnrissige Umsetzung einer vielversprechenden Thematik. Eigentlich hab ich bei Death Note eine vielschichtige Story erwartet, die das schwarz-weiss des Gut&Böse in 256 Graustufen aufsplitted, doch auch hier wurde mir das genaue Gegenteil präsentiert. Meine Fresse, da sind ja die Digimons noch vielschichtiger! UGLY
Für mich ist die Geschichte eine einzige Riesensammlung aus stereotypen Kindergartenchara´s, peinlichen Einlagen a la „How to use a Death Note“ im Einband und wirren Logikfehlern, deren Aufzählung die Speicherkapazität des Servers sprengen würde. Einziger Lichtblick ist der Shinigami, der aber viel zu selten vorkommt.
Ich möchte nochmal klarstellen, dass ich denke, dass es nicht an der Realfilmumsetzung liegt, sondern an der schwachen Story selbst, dass ich das Teil so übel finde. Regie, Kamera und Darstellern ist eigentlich kein Vorwurf zu machen. Sie liefern solide Arbeit ab. (Wenn man mal davon absieht, das bei´nem Kopfschuss mit´ner großkalibrigen Waffe kein einziger Tropfen Blut fällt)
Sry, wenn ich zu´nem schlechten Film so viel schreibe, aber die Enttäuschung muss einfach raus. Dabei kann ich nicht behaupten, den Film mit schlechter Laune gesehen zu haben, denn der war so schwachsinnig, dass man eigentlich pausenlos lachen konnte.
Das sah das FFF-Stammpublikum wohl etwas anders, denn die verliessen alle frühzeitig den Saal, womit dies der erste Beitrag mit walk outs war.
Zurück blieben nur die Death Note Fans und ich Schmerzfreier.
Apropos Death Note Fans: Die waren so peinlich , wie der Film. Lang nicht mehr so viel Emo-Goths auf einem Haufen geseh´n und da ich alleine war, kam ich nicht umhin in der Schlange und vor´m Film deren hirnfreien Gesprächen zu lauschen. Als dann ein Teenieseufzen durch´s Kino ging, als L erstmalig gezeigt wurde, dachte ich endgültig auf´m Tokio Hotel Konzert zu sein.
Doch jetzt genug gelästert und mit Rücksicht auf Regie, Kamera und Darsteller.

2/10


Freitag 17.8.

Retribution

Wenn Japaner die Geister freilassen, kann´s u.U. auch ganz schön langweilig werden. Mysterythriller nennt man wohl heutzutage derart spannungsfreie Filmchen?^^

3/10

Macbeth

Normalerweise bin ich ja kein Freund von aufpolierten Shakespeare-Verfilmungen, doch das Teil ist wirklich klasse. Diese wunderschöne Sprache des Meisters, im Gegensatz zu der krassen Gewalt der Story, wurde prima umgesetzt.

6,5/10

The girl who leapt through time

Big hat nicht zuviel versprochen. Ein wirklich sehr schöner Anime, der einem mit´nem „hach schööön“ *seufz* zurücklässt.
Schöne Story, gute Umsetzung und auch wenn mir der Zeichenstil immer etwas 80er-Jahre vorkam, fand ich ihn toll.
Schliess mich Big und Sho´s Empfehlungen an: Angucken!

8/10

Timber Falls

Als Füller gedacht und mehr war´s auch nicht. Ich mag so Filme einfach nicht. Paar rennt durch Wald, macht alles falsch und gerät natürlich an die verrückten Metzger.
Wegen jeder Menge unfreiwilliger Komik, allerdings erträglich.

4/10

Mushishi

Den muss ich eigentlich direkt nochmal schauen, um mir ein abschliessendes Urteil zu bilden.
Ein ruhiges, sanftes und sehr poetisches Märchen, dass seinen ganz speziellen Zauber hat. Mindestens…

8/10

Botched

Die täglich Splattercomedy heisst heute Botched. Sehr lustig mit jeder Menge freakiger Chara´s, aber manchmal etwas zu kindisch albern.
Ein wirklich kurzweiliger Spaßmacher.

7/10

Samstag 18.8.

Tales from Earthsea

Der erste Ghibli vom kleinen Miyazaki und eine ziemliche Enttäuschung. Ich gehör ja eh nicht zu den Ghibli-Enthusiasten, aber zumindest war man von dort immer kurzweilige Märchen in hoher Qualität gewohnt.
Bei diesem Anime wird eine Länge an die nächste geheftet und auch die Chara´s sind sehr zweidimensional. Natürlich ist die Qualität gewohnt gut und auch der Soundtrack weiss zu begeistern. Auch hat der Film durchaus seine Momente, doch dass ändert nichts daran, dass er einen zu keiner Sekunde wirklich mitreissen kann.

5/10

Confession of pain

Die Herren Lau & Mak (Infernal Affairs) haben mal wieder´n großen Film auf die Leinwand gehämmert und natürlich arbeitet das phantasie- und hirnlose Hollywood auch schon wieder am Remake.
Eine gute Story über Liebe, Rache, Freundschaft, Verrat und (zu) späten Erkenntnissen beginnt zunächst etwas wirr, aber zieht einen schnell in den Bann und weiss mit´nem lässigen Plot Twist die Sympathien für manchen Chara´s umzudrehen. Nicht zuletzt auch wegen der klasse Darsteller, allen voran mein Liebling Tony Leung, ist man emotional dicht am Geschehen und fiebert, leidet und hofft mit allen Chara´s. Es fliesst recht wenig Blut und auch an Action wurde bewusst gespart, damit man nicht von den Charakteren und deren Entwicklung abgelenkt wird.
Ein paar wirklich coole Kamerafahrten dürfen natürlich auch nicht fehlen, allerdings lässt der Soundtrack manchmal zu wünschen übrig und passt nicht zum hohen Niveau des Films.
Ein Copthriller, der sich mit fortschreitender Dauer mehr und mehr zum Drama hin entwickelt.
Abzüge gibt´s allerdings für das dreisteste Productplacement der Filmgeschichte.

9/10

Get Shorty

In diesem Jahr mache ich mir nicht die Arbeit, jeden einzelnen Kurzfilm hier aufzuführen und zu bewerten, weil das Kurzfilmprogramm diesmal einfach schlecht war. Phantasielos ohne Witz und ohne Thrill. Zwar gab´s 1-2 Lichtblicke aber im großen und ganzen vergessen wir´s lieber schnell.

2/10

Ex Drummer

*sing* Sex and Violence!
Pervers. Krank. Ekelhaft. Geil!!! UGLY
So und nicht anders muss Undergroundkino aussehen. Diese politisch ultraunkorrekte Tour de Force durch den untersten Bodensatz der Gesellschaft haut einen aus den Sitzen vor lachen und dann bleibt einem selbiges auch schon wieder im Hals stecken. Dieser filmgewordene Punksong gibt nur Gas und man merkt gar nicht, wie die Zeit vergeht. Trotzdem hat er regelrecht poetische Momente der Ruhe, aber nur um dann wieder wie ein Schwall Kotze loszubrechen.
Bis jetzt das Highlight des Festivals!

9,5/10

Mr. Brooks

Hab´ ich ein paar Zeilen höher nicht noch über Hollywood gelästert?
Okay, es gibt Ausnahmen und Mr. Brooks ist so eine Ausnahme! Wenn mir vor´nem halben Jahr jemand gesagt hätte, dass auf´m FFF Filme mit Kevon Costner und Demi Moore laufen, dann hätte ich wohl keine Dauerkarte bestellt, aber erstens kommt es anders….
Intelligente Story mit ´ner Reihe coolster Plot Twists und dazu ein Costner der überraschend gut agiert, wobei er von einem äusserst coolen William Hurt unterstützt wird.
Clever, manchmal komisch und immer spannend verfliegt die Zeit und man is´n bisschen traurig, wenn´s schon vorbei ist. Geiler Film und unbedingt empfehlenswert.

9/10

Wolfshound

Zu diesem „Film“ sag ich nix ausser: Katastrophe!
„Wolfshound“ und „Wächter des Allesmöglichen“ werden als „neues, russisches Kino“ verkauft. Bitte was?
Stolzes Russland, das so Genies, wie Eisenstein und Tarkowsky hervorgebracht hat, ich glaube einfach nicht, dass das alles sein soll!

1/10

Sonnstag 19.8.

The Banquet

Kein Martial Arts Fest, sondern eine äusserst komplexe Charakterstudie, die sich eng an Shakespeares „Hamlet“ hält. Natürlich gibt´s wundervoll choregraphierte Schwertkämpfe (traumhaft mit Elementen des klassischen Ballets angereichert), aber die Stärke des Films sind seine intelligenten, metapherreichen Dialoge. Die Schauspieler sind wunderbar und Ziyi Zhang liefert hier eine Ihrer besten (wenn nicht gar die beste) Leistung ab. Als intrigenspinnende Kaiserin ist sie ständig hin- und hergerissen zwischen Liebe, Machtgeilheit, Verrat und Eifersucht. Klasse!
Die Pracht, Rafinesse und Vielfalt der phantasievollen Kostüme möchte ich auch nicht unerwähnt lassen, ebenso wie den grandiosen Soundtrack von Meister Tan Dun, dargeboten von Lang Lang am Piano.
Rundherum ein grosser Film.

8,5/10

I´m a cyborg, but that´s OK

Meister Park wandelt hier mal auf Komödienpfaden und weiss auch da zu überzeugen. Seine spezielle Art des Humors liess er ja auch schon in seinen bisherigen Filmen aufblitzen, doch hier kann er sich mal richtig austoben und herauskam eine anrührige Komödie, die einfach süss ist.
Die beiden Hauptdarsteller schliesst man sofort ins Herz und folgt ihnen neugierig durch die schöne Story, die wieder mal von einem prima Soundtrack eingerahmt wird.
Einfach schön!

8/10

La Antena

Das Centerpiece des Festivals konnte mich nicht restlos überzeugen. Als schwarz-weiss (fast-)Stummfilm angelegt, hat er jede Menge guter Einfälle und Szenen, aber auch wieder Sachen, die so gar nicht reinpassen und einem, ein gedankliches wtf entlocken. Auch der stellenweise alberne und dann wieder merkwürdige Humor war nicht wirklich mein Ding.
Unschwer zu erkennen, dass der Regisseur sehr inspiriert von Fritz Lang und Metropolis war, aber in keinster Weise an dessen Größe ranreichen kann.

6/10

Fido

Es gibt also doch Zombiefilme, die mir gefallen.
Dieser äusserst witzige, sarkastische und ironische Streifen aus Canada macht einfach nur Spaß und ich versprech Euch, Ihr habt noch nie so sympathische Zombies erlebt. Eigentlich sind´s hier mehr die Menschen, die einem Angst machen. Alle Darsteller sind prima und Carrie Anne Moss als biedere und unerfüllte Mama und Hausfrau, die auch schon mal den Hauszombie anflirtet, ist einfach toll.
Zwar hab ich mir den Humor etwas drastischer vorgestellt und auch fehlen dem Film meiner Meinung nach 2-3 Totalwegschmeisser, aber er lebt mehr von der permanenten Ironie, die einem zwischen den Lachern, ein permanentes Grinsen ins Gesicht schreibt.

7,5/10

Free Jimmy

Angekündigt als „Shrek on Crack“ war dieser Animationsstreifen aus Norwegen/England ein, der von den Dialogen der kaputten Charaktere lebte, ein schöner Abschluß des Abends und doch ganz anders als erwartet.
Zwischen all den vollgedröhnten Junkies, mordlüsternen Jägern, hirnverbrannten Veganern und der Lappland Mafia, wird der Film an manchen Stellen richtig anrührend (wenn ein Elch, Jimmy beim Entzug hilft), doch dass wird dann schnell wieder übersteigert.

6,5/10

Montag 20.8.

URO

Wieder ein positive Überraschung. Eigentlich als easy starter gedacht, stellte sich dieser Streifen als Glücksgriff heraus.
Erzählt wird die Geschichte des übermotivierten Cops HP, der in der Sondereinheit URO als Undercoveragent arbeitet. Als er wiedermal alle Regeln ausser acht lässt und durch einen seiner Alleingänge, Kollegen und Zivilisten gefährdet, wird er suspendiert, doch da ist´s schon zu spät und die Geschichte verselbstständigt sich. Als durch diverse Plot Twists auch noch persönliche Komponenten hinzukommen, sieht er sich hoffnungslos gefangen, im Netz aus Lügen, Intrigen und Gewalt.
Ein sehr beeindruckendes, atmosphärisches Drama mit guten Darstellern und bemerkenswerter Kamera.

8/10

Seeds of death

Ein spannender, solider Thriller aus Frankreich über den drohenden Ausbruch der Pest in Paris. Manchmal etwas zu überladen an zwischenmenschlichem Beziehungsstress, aber mit guter Story und Darstellern, sowie traumhaft schönen Bildern der schönsten Stadt der Welt.

7/10

Exte

Soviel erwartet und so wenig bekommen.
Kaum Spannung und die mordenden Hair Extensions sind eher langweilig und CGI-überladen, sodass es lächerlich wirkt, wenn denn mal überhaupt was gezeigt wurde.
Auch Chiaki Kuriyama kann hier nix mehr retten. Einziger Highlight ist der durchgeknallte Haar-Hentai (Ren Osugi!), der einem zumindest ab und zu mal zum lachen bringt in einem ansonsten lang, lang, langweiligen Film.

2/10

The Restless

Schwierig diesen Film abschliessend zu bewerten.
Er fängt fulminant und beeindruckend an und endet ebenfalls mit einer reihe grandioser Szenen, doch dazwischen wird die Lovestory so endlos langweilig aufgekocht und mit belanglosen Dialogen versehen, dass man einschlafen möchte.
Dabei wollte ich doch nur´n schönen Schwertkampffilm mit fliegenden Helden und schurkigen Schurken.

4/10

Shadowboxer

Das Tageshighlight!
Dieses Drama/Tragikkomödie weiss durch schöner Story und grandioser darstellerischer Leistungen vollends zu überzeugen. Allen voran das Killerpäärchen Cuba Gooding jr. und Helen Mirren, die ein wahrlich süsses und anrühriges Paar abgeben, über coole Nebendarsteller, wie Stephen Dorff als eiskalter und brutaler Gangsterboss und Youngster Joseph Gordon Levitt, als Mafiadoctor mit Hang zu schwergewichtigen Vollweibern, bis hin zu Gaststarauftritten wie Mo´Nique in der Rolle des schwergewichtigen Vollweibs und der wirklich witzigen Macy Gray als unmusikalische Bewegungslegasthenikerin.
Sie alle machen diesen Film zu einer wahren, kleinen Perle des Festivals und der super Soundtrack tut das seinige dazu.
Während des ganzen Filmes wurde mir ein wohliges, warmes Gefühl vermittelt.
Einziger Kritikpunkt wäre vielleicht, dass er sich ruhig etwas mehr Zeit nehmen könnte, aber ansonsten gint´s für mich nix daran auszusetzen.

8,5/10

The Gravedancers

Den vergessen wir mal lieber ganz schnell wieder. Poltergeist für ganz Arme und höchstens einen Trostpunkt für unfreiwilliger Komik.

1/10

Dienstag 21.8.

Ex Drummer

Ich konnte nicht anders. Wenn der schon zu den paar gehört, die wiederholt werden, musste ich ihn mir nochmal geben.

9,5/10

Edmond

Nach Stuck der zweite, starke Film von Stuart Gordon auf diesem Festival.
Eine mehr als oscarreife Leistung von William Macy, der einen biederen Businessman spielt, der aus seiner Welt ausbrechen will, um sich endlich frei und als Mann zu fühlen.
Ein echter Klassefilm mit genialen Mono- und Dialogen.

8,5/10

The Bothersome Man

Ein ruhiger Film aus Island/Norwegen über ein mögliches Szenario „Leben nach dem Tod“ in einer gefühlsfreien, oberflächlichen und absolut sterilen Welt.
Trotz der ruhigen und wortkargen Erzählweise wird er nie langweilig und hat auch überhaupt keine Längen. Die permanente Ironie und die Anspielungen auf unser paradiesisches Leben in den Industrienation, werden mit einigen, absoluten Wegschmeisserszenen vermischt und heraus kommt ein Kinovergnügen, wie er nur aus dem hohen Norden kommen kann.

7,5/10

The Signal

Lange angekündigt und heiss ersehnt, entpuppte sich dieser Streifen als eines der Highlights des Festivals.
Wenn Horrorfilme immer so wären, könnte selbst ich, ein Fan des Genre werden. Drei Regisseure haben unabhängig voneinander drei Teile des Films gedreht, wobei Charaktere und Grundgerüst der Story gleichbleiben.
Heraus kommt ein Film der von atmosphärisch düsteren Slasher, zur Gorekomödie wandelt, um dann als Endzeitdrama abzuschliessen.
Besonders die ersten beiden Teile sind genial, aber auch der etwas schwächere, letzte Part kann noch überzeugen und zurück bleibt ein beeindruckendes Kinoerlebns. Wow!
Schade, dass der Film so nicht in die Kinos kommen wird, da er noch geschnitten werden soll und Soundtrackveränderung aus rechtetechnischen Gründen bevorstehen.

9/10

Mittwoch 22.8.

The devil dared me to

Man soll auch nicht kurz vorher, den geplanten Film tauschen. Zwar war der teilweise ganz lustig, aber 76 Minuten reichten dann auch. Hat mich nicht wirklich umgehauen.

4/10

Crime Insiders

Paris, Mafiafilm, Benoît Magimel. Alles Sachen die ich mag und somit hätte eigentlich nix schief gehen können. Ging aber doch schief, weil man bedauerlicherweise die Story vergessen hatte und das können dann die guten Darsteller auch nicht vergessen machen.

3,5/10

Premonition

Hab nicht viel davon erwartet und wurde positiv überrascht. Sowohl die Atmosphäre und Story des Films, als auch Sandra Bullock haben mir gut gefallen und das leicht verstörende Ende rundet die Sache cool ab.
Schade, dass dieses gewaltfreie Mysterydrama, in den nächsten Wochen, bei uns um ca. 15 Minuten gekürzt, auf die Leinwand kommt.

7,5/10

Film Noir

Geiles Stück Zelluloid, dass seinem Name alle Ehre macht. Eine facettenreiche Story, die von Beginn an fesselnd erzählt. Der äusserst sparsame, aber gezielte Einsatz von Farbe bei diesem schwarz-weiss Trickfilm ist genau so genial gelungen, wie der grandiose Jazzsoundtrack.
Den klitzekleinen Hänger im Mittelteil verzeiht man gerne, denn das Gesamtbild passt einfach.

8/10

OSS117

Lässiger und lustiger Abschlussfilm.
Jean Dujardin hat sich vor dem Dreh, wohl alle 007-Filme mit Sean Connery am Stück reingezogen, denn es passt jede Bewegung, jedes Lächeln, das Kämpfen, die Art zu schiessen und sogar das Küssen, imitiert er blendend ohne das Original zu diskreditieren.
Die ganzen Spässe über den französischen Kolonialismus sind mindestens genau so punktgenau, wie die Slapstickeinlagen, die aber fast immer noch mit Stil und Eleganz rübergebracht werden, sodass der Film niemals in Bereiche des infantilen Austin-Powers-Humor hinabrutscht.
Klasse Finale!

8/10


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