FFF 2008 Reviews

Mittwoch 13.8.

Eden Lake

Erst langweilig, dann nervig und zum Schluss lächerlich!
So schnell kann man diesen filmerischen Unfall eigentlich abhandeln.
Ich wunderte mich ja seit erscheinen des Programms, warum dieser Film zum Eröffnungsfilm erkoren wurde, denn er sah für mich wie ein 08/15-Mittelmaßhorrorfilm aus, den ich mir ansonsten nie angeschaut hätte.
Wäre er doch wenigstens mittelmässig gewesen!!!
Eine endlose, unendlich lange erste Hälfte verdirbt einen schon ziemlich die Laune und macht Atmosphäre jeglicher Art unmöglich.
Im zweiten Teil dann wird versucht, einen sozialkritischen Horror-Thriller zu bauen, was aber vollkommen misslingt. Spannung kommt zu keiner Zeit auf und auch wenn ich´ne Pussy bin, die nicht auf Fontänen aus Blut steht, muss ich sagen, für´n derben Slasher ist dieser Film zu gewaltfrei. Hostel-artig wird bei jeder potentiellen Gewaltszene weggeblendet. Dazu kommt noch, dass kein Horrorklischée ausgelassen wird, dass nicht schon von Scary-Movie u.ä. verarscht wurde. Dazu noch´ne Prise Romantikkitsch und fertig ist ein Schrotthaufen von Film.
Einzig positiv ist die Hauptdarstellerin zu erwähnen, der zu wünschen ist, dass sie demnächst in besseren Filmen mitspielen darf.
Der Soundtrack war für sich betrachtet auch sehr gut, aber wirkte immer als sei er für´nen anderen Film, wie Herr der Ringe o.ä., also auch am Thema vorbei.

Ich könnt´ mich über so´n Eröffnungsfilm, jetzt noch aufregen und deswegen…

2/10

An Empress and the Warriors

Ich liebe solche Filme einfach.
Heldige Helden, gütige Herrscher, Kostüme, Kitsch und Kampfszenen.
Auch wenn er nicht zu den besten seines Genres gehört hat der Film Spaß gemacht.
Die Story schlurt zwar manchmal etwas ziellos rum und das führt zu einigen Längen, aber im 2.Teil nimmt sie richtig Fahrt auf und auch der Schluss hat mir gefallen.
Es gab sehr viele schöne Szenen, sowohl landschaftlich als auch von den Stimmungen her. Die Kampfszenen waren mir etwas zu sehr in der Halbtotalen gefilmt, so dass die schöne Martial-Arts-Choreographie nicht immer richtig zur Geltung kommen kann.
Die Darsteller spielen, wie man in solchen Filmen sollte und selbst Kelly Chen, die ich sonst nicht so mag, hat mich überzeugt. Donnie Yen seh´ ich zwar lieber faustkämpfend in Thrillern wie SPL oder Flashpoint, aber auch hier macht er seine Sache gut, spielt sich nie in den Vordergrund, sondern seiner Rolle angemessen und darf dafür am Schluss auch, ´ne halbe Armee allein erschlagen.
Abgerundet wird das ganze mit´nem schönen Soundtrack und so endete dieser FFF-Starttag dann doch versöhnlich, auch wenn er an keinen der Vorjahre heranreichte.

6/10

Donnerstag 14.8.

XII

OMFG jetzt reicht´s mir aber mit dummen Horrorfilmen. (Ein Grund, warum ich so wenige mag, weil einfach 99,99999999999999% scheisse sind.
Der hier war allerdings so scheisse, das er schon wieder unfreiwillig komisch war und deswegen zumindest.

3/10

The Substitute

Das erste Highlight des FFF´08.
Die Dänen haben´s einfach drauf.
Dieser Film hat alles, was man braucht. Eine Story, die zwar simpel, aber effektiv ist. Ausnahmslos grandiose Schauspieler und´ne gelungene Inszenierung.
Es geht um´ne ausserirdische Rasse, die keine Liebe kennt und daher auf die Erde kommt und in als Lehrerin Schüler drangsaliert.
Man hab´ ich gelacht, denn der Humor war mal wieder typisch dänisch, d.h. böse, fies und gemein. Der Film hatte aber auch zahlreiche anrührende Szenen und konnte auch mit´ner Menge Spannung aufwarten. Besonders gut fand ich, wie schnell innerhalb einer Szene diese Gemütszustände wechselten ohne dass das jemals unglaubwürdig wirkte.
Sehr, sehr geiler Film!

9/10

JCVD

Jean Claude Verdammich´ in Kettensägen küsst man nicht, war noch nie ein Typ, den ich weder als Schauspieler, noch als Mensch mochte.
Seit diesem Film hat sich das teilweise geändert, denn u.a. beiweist er hier, dass er auch schauspielern kann, denn er trägt den Film, was man bei dem Titel auch erwarten dürfte, mich aber trotzdem positiv überraschte. Sein improvisierter Monolog, der immer wieder Fiktion des Films und reale Dinge seines Lebens miteinander verbannt, war sicher ein Highlight, auch wenn er JCVD-typisch manchmal etwas wirr wirkte. Doch so is´er halt… :krank:
Sehr cool fand ich auch die extreme Selbstironie, die er hier an den Tag legte, denn der Film lässt keines seiner Fettnäpfchen aus und beleuchtet jeden seiner kleinen und großen Faux-pas, die er sich so geleistet hat. Das geschieht meist mit´ner Menge Humor, obwohl ich den Film nicht als reine Komödie ansehen würde.
Lustig sind natürlich die dort dargestellten Belgier, die alle fanatische Anhänger ihres Helden sind und ihm alles verzeihen.
Leider hat der Film auch´n paar Längen, was z.T. auch an den anderen Akteuren liegt, die nicht alle überzeugen.
Alles in allem aber ein prima Film.
7,5/10

The Broken

Solche Horrorfilme liebe ich und sie haben meinen größten Respekt. Wenn nämlich mit einem Minimum an Blut, ein Maximum an Beklemmung und Grusel ausgelöst wird.
Der Film geht sehr ruhig seinen Weg und hat mich von Anfang an durch seine Atmosphäre in den Bann gezogen, was an tollen Aufnahmen, sehr passendem Soundtrack und den excellenten Darstellern lag.
Nie weiss man so recht, was einen eigentlich gruselt oder worauf das alles hinaus will und doch hatte ich immer das Gefühl, eine Hand würde mein Herz umklammern und langsam zudrücken.
In der ruhigen Art wird die dramaturgische Spirale immer direkter und die eingestreuten Schreckszenen werden immer länger und geben immer mehr Preis.
Den Schluss fand ich auch sehr gelungen, obwohl man ihn dann am Ende doch schon ahnt.
Ich glaube, es gibt bestimmt viele Leutz, die den Film als langweilig empfinden, aber mich hat der Film sehr überzeugt und Atmo und Beklemmung wirkten auch noch draussen nach dem Film weiter.

8,5/10

Opapatika

Nie wieder thailändische Filme hatte ich mir schon vor langem gschworen, aber ich bin froh´ eine Ausnahme gemacht zu haben.
Zwar war´s wieder ziemlich wiir und es war teilweise schwer der Handlung zu Folgen und manche Geschehnisse oder Verhaltensweisen nachzuvollziehen, doch alles in allem hab ich mich gut unterhalten.
Leider ist die reichliche und recht ordentliche Action oft untergegangen, weil sie einfach zu dunkel ausgeleuchtet war.
Die Schauspieler fand ich alle recht ordentlich und selbst die Story erschloss sich mir zu Schluss, auch wenn ich nicht behaupten würde, alles verstanden zu haben.
Ein bisschen hellere Actionszenen und es würde mehr geben als eine…

5/10

Freitag 15.8.

Three Kingdoms

Wieder´n Film ganz nach meinem Geschmack. Leider ist der Anfang noch´n bisschen flach, aber dann wird er von Minute zu Minute besser, bis er sich zum begeisternden Streifen erhebt.
Andy Lau ist mal wieder klasse und dominiert diesen Film, der sehr schön chinesische Geschichte und filmerische Fiktion miteinander verknüpft.
Die Bilder sind teilweise so bewegend, dass wenn der Film noch 2 Minuten länger gedauert hätte, Q und ich heulend aus´m Kino gekommen wären. So konnten wir die Tränen gerade noch wegquetschen und uns an dem sehr gelungenen Ende erfreuen.
Der schöne Soundtrack unterstreicht das alles noch hervorragend.

8,5/10

Mad Detective

Der Film hat mich überrascht, da ich hier überhaupt keinen komischen Streifen erwartet hätte, doch schon zu Beginn gibt´s klasse Gags:“Der Täter war der Eiscremverkäufer!“. Dabei ist der Humor immer so schön trocken und verrückt ohne dabei jemals albern zu sein.
Die Story ist ganz okay, aber der Film lebt eh´ von seinen Charakteren und da natürlich vom Protagonisten Bun, der auch prima verkörpert wird.
Trotz allen Humors fand ich ihn auch anrührend, denn er hatte auch bewegende Szenen und natürlich fehlte bei diesem Thriller auch die Spannung nicht.
Schönes Filmchen, das Spaß macht.

8/10

Sieben Tage Sonntag

Eng an den wahren Begebenheiten, die dem Film zu Grunde liegen, wird ein sozialkritisches „Fernsehspiel“ ohne moralischen Zeigefinger und mit erschütternder Realität geboten.
Die Schauspieler sind überzeugend (Ja, es gibt auch noch andere Jugendschauspieler als die Ochsenknechthackfressen in Deutschland), aber gerade auf Grund der Story und der realen Darstellung, kann man natürlich nicht das geringste bisschen Sympathie für die Charaktere aufbringen.
Solide in Szene gesetzt, aber ohne Innovation, ist der Film allenfalls ein guter „Tatort“ und das war´s auch schon.

5/10

The Warlords

Alder hab´ ich mich auf das Teil gefreut und meine Erwartungen wurden noch übertroffen.
Hier im Forum wird ja so gern für jeden Furz das Wort epic verwendet, aber wenn Ihr wirklich wissen wollt, was [B]episch[/B] ist, dann schaut diesen Film!
Vor Begeisterung weiss ich gar nicht, wo ich anfangen soll.
Da sind zunächst die Darsteller Andy Lau, Jet Li und Takeshi Kaneshiro, die als pathetische Blutsbrüder auf Leben und Tod die Seele des Films sind und die die Chara´s so toll auf die Leinwand zaubern, dass die Sympathien mal dem einen, mal dem anderen Chara gehören, ganz so wie es Story vorsieht.
Die Story ist natürlich ganz mein Fall. Freundschaft, edle Ziele, Kampf um Frieden und die Erkenntnis, das Krieg niemals Frieden bringt, Loyalität, Liebe und natürlich die unvermeintliche Frau, die das alles zerstört. W-U-N-D-E-R-B-A-R.
Die Kampfszenen sind sowohl gut, als auch erschreckend, wobei hier auch einige sehr innovative Einfälle eingebaut werden. Im weiteren Verlauf werden die Schlachten nur noch kurz angerissen, was ich sehr gut finde, damit der Film nicht zum reinen Schlachtenepos verkommt, sondern mit fortschreitender Dauer der Dramacharakter dominiert.
Der symbolische und im wahrsten Sinne bildliche Showdown ist so pathetisch, dass es schon weh tut.
Ich war hin und weg und hätte nicht der nächste Film gewartet, wär ich wohl erstmal überwältigt sitzen geblieben.
Ganz großes Kino!!!

9,5/10

Afro Samurai

Ein wirklich gut gemachter Anime und auch wenn ich nicht gerade Fan des Zeichenstils bin muss ich sagen, dass er optisch sehr gelungen war. Samuel L. Jackson, der den Helden und sein imaginäres Alter Ego spricht, ist spitze und sorgt für einige Lacher mit seiner coolness.
Leider ist der Film, bzw. die Serie (5 Folgen) viel zu lang für das bisschen Story geraten. Drei Folgen hätten voll und ganz ausgereicht, dann wär´s deutlich besser.
Die Musik von RZA ist sehr gut, passt aber meiner Meinung nach nicht immer zur jeweiligen Szene.

6,5/10

Samstag 16.8.

The Art of negative Thinking

Skandinavia rules the FFF, doch dazu später mehr!
Ein Film, der zu den Filmen gehört, weshalb ich das FFF liebe. Vollkommen ohne Erwartungen reingegangen und positivst überrascht worden.
Voll von schwarzem, nordischem Humor beschäftigt sich der Film mit einem schwierigen Thema, dass zwar schon oft Thema eines Kinofilms war, aber selten (oder eher nie) so dargestellt worden. Getreu dem Titel, wird mit der teilweisen Selbstlüge „Das Leben ist doch trotzdem schön“ aufgeräumt und dabei begeht der Film in Form und Inhalt steht´s eine Gratwanderung, die gelingt.
Bewundernswert, wie selbst die bösesten Lacher innerhalb von Sekunden in einer Szene zur Tragik kippen.
Dieser Film verdient 100% die Bezeichnung Tragikkomödie!

9/10

Terra

Was für ein grandioser Animationsfilm.
Scheinbar spielend findet er den goldenen Mittelweg zwischen kindertauglich und anspruchsvoll. Natürlich gibt´s Gut vs. Böse, aber´s gibt dabeio Wendungen und Szenen, die ich so nicht vermutet hätte, aber gerade dieser Mut macht diesen Film so besonders.
Dazu kommt noch, dass er im wahrsten Sinne des Wortes bezaubernd gemacht ist. Die Chara´s, Terra und all´seine Wesen ziehen einen einfach in ihren Bann.
Ich hätte nie gedacht, dass aus USA so ein Film kommt, der sicherlich niemals die xxx-Millionen einspielen wird, wie die Dreamworks- oder Pixar-Produktionen, Ihnen aber ansonsten in allem überlegen ist.
Ich wünsche es dem Film, dass er auch kommerziell ein Erfolg wird, um das noch zu unterstreichen.
Für mich, der beste US-Animationsfilm!!!

9/10

Get Shorty

-Occupation 10/10
-The saddest boy in the world 9/10
-Shuteye Hotel 2/10
-Tile M for Murder 8/10
-Killing Time 3/10
-Arbeit für alle 7/10
-Eater 1/10
-Bitten 1/10
-Even pigeons go paradise 8/10
-Beacuse there are things you never forget 6/10

Insgesamt kann man also sagen, dass es ein gutes Kurzfilmscreening war. Besser als 2007, aber nicht so grandios wie 2006.

6/10

Hush

Man war der spannend!
Man fiebert mit dem Hauptchara mit, der versucht, seine Freundin aus den Klauen eines Psychohijackers zu befreien.
Die Handsupercloseup-Kamera nervte zwar anfangs noch, aber wenn der Film richtig losgeht, passt sie sehr gut. Apropos losgehen; es geht ziemlich schnell zur Sache und dann gibt´s einige überraschende Wendung und obwohl vieles nie geklärt wird, ist der Film ´ne runde Sache. Ja, vll gerade deswegen…
Überragend ist der Hauptdarsteller, der den ganzen Film trägt und den Chara von „Was´n Wichser, den mag ich gar nicht“ zum Helden entwickelt, mit dem man mitleidet, mithofft und mitzittert.

8/10

Just another Love Story

Meisterwerk!
Dieser Film noir ist einfach perfekt und manchmal noch´n bisschen mehr.
Er ist so derbe intensiv, dass er einen auch nach dem Ende nicht loslässt. Wie in´nem guten Film dieses Genres wird langsam Story und Atmosphäre entwickelt, bis sie zu einme reissenden Strudel aus Liebe, Hass, Gewalt und Wahnsninn wird, weil die Story immer dichter und Zahl der grandiosen Szenen immer mehr wird.
Für mich vollkommen verblüffend, dass selbst hier, die Dänen nicht mit Humor sparen, der einem aber trotzdem nie aus der Atmosphäre reisst.
Die Schauspieler sind allesamt klasse und auch der teilweise minimalistische Soundtrack passt perfekt.
Perfekt ist das Wort, das mir im Zusammenhang mit diesem Film immer wieder in den Sinn kommt.
Auch wenn ich im Enthusiaismus jetzt vielleicht überbewerte, aber für mich ist es bis jetzt mein Film des Jahres 2008.

10/10

Like a dragon

Takashi Miike ist ein verrückt genialer Regiesseur und Kazuki Kitamura eine coole, gutassehende Sau. Das reicht für´ne unterhaltsame Videospielverfilmung (Yakuza), aber ich bin mir sicher, wenn man das Spiel und die Chara´s kennt, kommt dieser Film deutlich besser.
Die Charaktere werden nicht entwickelt, sondern einfach ins Rennen geschickt. Die Story ist zwar einfach und nachvollziehbar, doch dann auch wieder nicht. krk
Ansonsten ein sehr stylischer, knallbunter, komischer Film, der sich exakt an den Ablauf eines Spiels hält: Erst wird mit Fäusten gekämpft, dann mit baseballschlägern, Handfeuerwaffen, usw.usf. und wenn unserem reichlich lädierten Helden im finalen Bosskampf die Puste ausgeht, wird der Mega-Health-Drink genommen und wir haben unser Happy End.
Abspann, Credits, Feddich!^^

6/10

Sonntag 17.8.

Crossfire

Nach 30 Sekunden der erste fette Shoot-out, Auto, Motorräder und Menschen gehen in Flammen auf. So kann´s losgehen.
Es folgt ein solider Thriller nach dem „Pariser-Hardcorebulle-wird-in-Provinznest-strafversetzt-und mischt-dort-alles-auf“. Trotz des reisserischen Beginns nimmt sich der Film Zeit für Charakterentwicklung. Richard Berry agiert in feinster Belmondo-Manier.
Prima Showdown (schnief) am Schluss.

7/10

Evangelion 1.0 – You´re not alone

Schwierig. Echt schwierig, da hat Anna schon recht.
Ich bin zwar Hardcorefan, aber kein Purist und hab´ dem Film´ne Chance gegeben, in der Hoffnung er könne vll coole Ergänzungen liefern und wenn dabei ein bischen Facelifting betrieben wird, von mir aus.
Natürlich war es schön NGE mal auf großer Leinwand im Kino zu sehen, aber braucht´s den Film wirklich?
Für mich sieht´s nach reiner Kohlescheffelei aus, sry. Anfangs gibt´s kaum neue Szenen und es ist noch zu früh über die ganze Reihe zu urteilen, da man sie noch nicht komplett kennt. Der erste liefert hauptsächlich alte Szenen, bei denen in erster Linie die Engelkämpfe aufgepeppt werden.
Wie hat Anna so passend geschrieben? Charakterbla vs. Kampfbla. Ich liebe NGE wegen Charakterbla und da muss man fairerweise sagen, dass da die Serie besser ist. Mir scheint, NGE soll Massentauglicher gemacht werden und somit wird die Action mehr in den Vordergrund gerückt. Soll mir auch egal sein, wenn sie so die Gewinnspanne maximieren wollen.
Was mir allerdings nicht egal ist, ist wenn Kerndinge des wegen verändert werden. Eine der zentralen Konflikte in NGE ist Shinji´s ständiger Zwiespalt (Ich renn weg, ich darf nicht wegrennen, wofür mach ich das eigentlich). In 1.0 hat Shinji jetzt nach dem Dialog mit Rei an der Rampe, bevor sie gegen Ramiel kämpfen zwei Voicemails von Kensuke und Toji, in dem sie ihm sagen, wie sehr sie an ihn glauben und das er´s packen soll. WTF??? Wenn das so weiter geht, wird Shinji´s Zerrissenheit in Zukunft lächerlich aussehen.
Apropos Kampf gegen Ramiel. Der sieht jetzt viel schicker aus, aber mir geht der Symbolcharakter dabei verloren. In der Serie kämpfen Rei und Shinji das erste Mal richtig als Team, wenn sie ihn mit dem Schild schützt und er schiesst. Ich will nicht noch mehr spoilern, aber das wurde jetzt vollkommen verändert.
Wie gesagt, ich bin kein Purist, aber wenn die nächsten 2 Teile in die gleiche Richtung gehen, dann werde ich einer!
NGE 10/10
Neue Szenen 5/10
Ergibt abschliessend

7/10

The Oxford Murders

Ein Spanier macht einen französisch produzierten Film, der so very british ist, dass ich vor Freude jubeln könnte? So lob ich mir Europa!
Excellente Hauptdarsteller liefern ein wahres Dialogfeuerwerk in einem Rätselkrimi á la Christe und Doyle.
Sudienbedingt hatte ich an den wissenschftlichen Auseinandersetzungen zwischen den beiden Hauptchara´s doppelten Spaß, wobei ich aich verstehen könnte, wenn das manchen zuviel wäre und sie´s als Länge empfinden.
Ich hab´ genossen, wie den ganzen Film überhaupt. Einzig die Schlusszene gefiel mir nicht ganz so, aber egal.

9/10

Let the right one in

Ich habe mich sehr auf dieses Centerpiece des FFF gefreut, zumal die Skandinavier bisher das FFF rocken.
Leider konnte er nicht die Saite in mir zum klingen bringen, die erhofft hatte. Es ist wahrlich kein schlechter Film, aber irgendwie setzt er die falschen Akzente zur falschen Zeit. Er will zuviel und darunter leidet das Gesamtwerk. Ich hätte es besser gefunden, wenn er sich auf die Beziehung der beiden Hauptcharaktere konzentriert hätte, aber er wollte auch noch gruseln und unheimlich sein, was bei mir gar nicht zog und die eingestreute Komik wirkte meiner Meinung nach vollkommen deplaziert und hat die Atmosphäre gestört.
Trotz allem gab es wunderschöne, ergreifende Momente, die einen immer wieder verzaubern konnten, doch hielt das aus genannten Gründen nie lang an. Erst im letzten Drittel konnte er mich in den Bann zeihen, was leider durch das banale Ende wieder gedämpft wurde.
Die Filmmusik war preisverdächtig grandios!
Mit viel, viel Wohlwollen…

7/10

The Investigator

Ich hatte wirklich meine Bedenken bei diesem Fresh Blood Streifen, aber er entpuppte sich als eines der Highlights des Festivals und als mein bisheriger Favorit für den Fresh Blood Award.
Wieder ist´s ein Film Noir, aber so ganz anders als bisher gekannt, denn es beginnt eigentlich eher als Sozialtragikkomödie und wechselt dann munter von Plot-Twist zu Plot-Twist. Einzige Konstante ist der megastioische Pathologe Tibor, dessen extrem passives Leben gehörig auf Touren kommt, auch wenn man ihm das nie anmerkt. Man muss diesen Chara einfach lieben.
Der ganze Film hat einen durchgehenden Schmunzelhumor, dass man einfach permanent grinst und auch wenn er immer mal wieder ziemlich verrückt abdriftet, ist man immer im Bann dieser wahren Perle!
Es ist zwar noch nicht zu Ende, aber ich wünsche es dem Film, dass er den Award holt, denn das erhöht die Chancen, ihn in unsere Kinos zu bekommen.

9,5/10

Montag 18.8.

Tale 52

Den hatte ich wohlweisslich nicht im Programm, aber hab´ ihn geschaut, da bei The Rebel die Untertitel ausfielen.
Hätte ich lieber 2 Stunden im Park spazieren gehen können, denn in diesem Film passiert nix. Täglich grüßt das Murmeltier in´ner Wanna-be-Lynch-Version.

1/10

Blind

Ein sehr schöner, bewegendes Drama mit guten Darstellern. Leider ist baut er im Schlussdrittel etwas ab, aber das Ende finde ich genial. Die Bilder und Szenen sind teilweise wunderschön eingefangen und endlich mal ein Regisseur, der ohne Dauer-Super-Close-Up´s auskommt.
Der Soundtrack ist nicht immer passend, was ich schade fand.

7,5/10

Outlander

Ein Abenteuerfilm mit namhafter Besetzung von den Macher der Herr-der-Ringe-Trilogie. Letzteres merkt man dem Film leider zu oft an. Er reitet auf allen Klischees des Genre herum und lutscht sie aus, ist zu lang geraten, wirkt lächerlich, weil unmengen an Logikörks drin sind und man noch nie solch gestylten Wikinger gesehen hat. Am besten ist Wolfdrik, der anscheinend einen Beardshaver besitzt, da sein Bart immer exakt getrimmt ist.
Die Story ist ohnehin murks, aber das war schon vorher klar und ansonsten versucht man irgendwie 13.Krieger, Jurassic-Park und was weiss ich zu vermengen.
Trotz all´ dieser Kritikpunkte hat er mich aber dennoch recht ordentlich unterhalten, was wohl an den souveränen schauspielerischen Leistungen lag.

5,5/10

How to get rid of others

Böse, Herrlich böööse.
Diese köstliche Satire aus Dänemark, zeigt wohin wir bald kommen, wenn unsere neoliberalen Wichser in Europa so weitermachen; jeder der den Staat mehr kostet, als er ihm bringt, wird exekutiert. (Westerwelle hat bestimmt schon so´n Gesetzesentwurf in der Schublade Krank )
Hier bleibt einem so manches Lachen im Halse stecken, aber die herrlich schrägen Charaktere lockern ab und zu die angespannte Stimmung, die diesen Film ausmacht.
Wie gesagt böse, sehr böse.

8,5/10

The Rage

Ich wollt mir aml´n Trash-Splatter geben, aber so ein Schrott geht auf keine Kuhhaut. Selbst die unfreiwillige Komik vergeht einem irgendwann.

1/10

Dienstag 19.8.

Cowboys, Tod und Träume

Eine Lehre des FFF´08 ist für mich, dass im nächsten Jahr Kurzfilme nicht mehr gesetzt sind.
Drei deutsche Teile, von denen man nur einen gebrauchen konnte.

Cowboy 3/10
Mimikry 7/10
Anyone there? 1/10

Macht total…

3/10

Melody´s Smile

Gut gemachter Thriller, bei dem mir die Story mit all´ Ihren Verzweigungen sehr gut gefiel. Leider wirkt sie aber auch manchmal hözern konstruiert und hat derbe Logikfehler.
Die Schauspieler sind okay, wobei ich die Hauptdarstellerin hervorheben möchte, da sie sehr gut war.
Alles in allem ein kurzweiliger, unterhaltsamer Thriller, der jedem gefallen dürfte der CSI mag. Ob diverse Sprüche und Anspielungen darauf, als Tribute oder Plagiat zu verstehen sind soll jeder selbst entscheiden.

7/10

The Midnight Meat Train

Ich erwartete einen prima Film und den bekam ich auch.
Spannende, düstere Story mit coolem Ende wird von Kitamura brilliant in Szene gesetzt und von den Schauspielern (allen voran Vinnie Jones) dargeboten.
Der Film hat lässige Kamerafahrten und jede Menge guter Einstellungen und auch wenn ich wahrlich kein Splatterfan bin, muss ich sagen, dass dies bei Kitamura immer so eine gelungene Mischung aus Coolness, Fun und Ekel ist, das man´s einfach mögen muss.
Mehr denn je ein Kitamura-Fan-Boy!

9/10

Dorothy Mills

Anders als erwartet präsentiert sich diese französisch-irische Co-Produktion.
Die Story ist nicht unbedingt neu und vermag das vermeintliche Geheimnis auch nur mässig zu verbergen, aber dennoch hat der Film beim mir funktioniert.
Das lag hauptsächlich an den großartigen Schauspielern. Das ganze Inselpack hasste ich von Beginn an und den ganzen Film über wurde in mir ein Gefühl aus Wut, Abneigung, Beklemmung und Ohnmacht erzeugt.
Alles überragen die Carice van Houten und eine wahrlich grandiose Jenn Murray, die hier ein ausgezeichnetes Debut hinlegt und die wir hoffentlich bald verstärkt, auf der Leinwand sehen!

7,5/10

Ca$h

Zum Abschluss des Tages noch ein fluffiges, tricky Filmchen aus Frankreich im Stil von Der große Bluff oder Oceans Eleven, frei nach dem Motto:“Ich betrüg Dich und zusammen betrügen wir sie, obwohl dann ja noch die uns betrügen und wer überhaupt betrügt jetz wen???“ krk
Locker und lässig inszeniert und gespielt (Reno&Dujardin!!!) macht der Film Spaß und unterhält auf kurzweilige Art mit all´ seinen liebenswerten Charakteren, die so´n Film halt braucht.
Schönes Popcornkino!

8/10

Mittwoch 20.8.

The Protocol

Oh Mann, das waren 95 Minuten, als gefühlte 180, denn dieser Film kam gar nicht in die Gänge und auch die vollkommen krude Story hat mich enttäuscht, dabei hätte man soviel daraus machen können, doch nach diesem Film bleibt einfach der Eindruck, dass Leute, die die Pharmaindustrie kritisieren alles verschörungstheoretisierend Spinner sind. Auch der Zwiespalt zwischen persönlichen Verlust und dem Drang jemand die Schuld zu geben, und handfesten Zweifeln und Indizien auf der anderen Seite scheiterte ziemlich.
Hinzu kommt noch eine absolut nervtötende Hauptdarstellerin und fertig ist die Enttäuschung.
Schade.

4/10

Dog eat Dog

Eigentlich mag ich solche Gangsterfilme sehr, aber der hier fing gut an und plätscherte dann so vor sich hin. Die Story war eher belanglos und wurde mit irgend´nem Voodooquatsch angereichert, der so überhaupt nicht dazu passte. Einige Darsteller gingen gar nicht, andere, waren ganz okay und die Lateinamerikanische/Spanische Verliebtheit zum grobkörnigen nervt eh. Ganz zu Schweigen von der Dauercloseupmode, die ich hier ja schon öfters angesprochen habe.
Einzig ein Running Gag macht´n bisschen Spaß, aber auch dessen Auflösung ist dann schwach, wie der ganz Film.

4/10

Waltz with Bashir

Es fällt mir echt schwer, dieses absolute Meisterwerk in Worte zu fassen. Ein Animationsfilm, der zu gleich Dokumentation, als auch Biografie ist, in dem der Macher versucht, seine Erinnerungen an den Libanonkrieg Anfang der 80er zurück zu holen und aufzuarbeiten. Dabei interviewed er damalige Kameraden, Journalisten und Zeitzeugen.
Aus all dem entsteht ein Film, der zunehmend beklemmender und erschreckender wird bis durch Befragungen, Träume und Flashbacks, die Gräuel und Kriegsverbrechen in zerschmetterden Bildern vor einem liegen und der Film zu Ende ist.
All das wird perfekt eingerahmt durch einen Soundtrack, der Klassik und Popmusik der frühen 80er verknüpft.
Mich (und nicht nur mich) hat dieser Film ziemlich fertig gemacht und er hallte noch lange in mir nach. Auch jetzt noch, wenn ich diese Zeilen schreibe.
Da man dies aber nicht in Worten festhalten kann, möchte ich allen dringend empfehlen, diesen Film zu schauen!!!

10/10

The Chaser

Ein guter und solider Action-Thriller aus Korea.
Vll lag es an den Nachwirkungen von Waltz with Bashir oder am Film selbst, dass aber zu keiner Zeit wirkliche Atmosphäre oder Spannung aufkam.
Der Film war gut 30 Minuten zu lang und verliert sich ständig in Nebenschauplätzen, sodass da einfach nie der Zug reinkommt, dem man sich vom Titel verspricht.
Hinzu kommt, dass keiner der Charaktere mich wirklich ansprach, obwohl die Darsteller gut waren.
Mit FFF-Bonus…

7/10


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