FFF 2010 Reviews

Mittwoch 18.8.

La Meute

Ich hatte Zweifel, ob das so’ne gelungene Auswahl als Eröffnungsfilm wäre und sah mich ziemlich bestätigt. Nach dem Film gab’s „Klatscher“ und „Buuuher“, aber ich kann mich zu keiner der beiden Gruppen zählen.
Irgendwie wirkt der Film, wie einfach drauflos gedreht und mal schau’n, was rauskommt. Dabei sind ein paar coole Szenen und auch lässige Gags dabei, doch das täuscht auch nicht über die Längen weg, die er hatte. (81 Minuten kamen mir selten so lang vor.) Alles in allem konnte einfach keine Spannung oder Nervenkitzel rüberkommen.
Positiv könnte man noch die Darsteller erwähnen, aber das war’s dann auch schon.
Wahrlich kein gebührender Eröffnungsfilm und hoffentlich kein böses Omen..

4/10


Red Hill

Sehr lässiger und atmosphärisch dichter Australo-Western und das schreibt jemand, der Western nicht sonderlich mag. Die Hauptdarsteller waren sehr gut und der abwechslungsreiche Soundtrack passte zu jeder Zeit. Der Film hatte einige Szenen, die wirklich klasse waren.Trotzdem bleibt’s ein Western mit zigfach dagewesener Handlung ohne Überaschung und Stereotypen und allem was dazugehört. Dies stört aber nicht wirklich und so bleibt der positive Eindruck. Wer moderne Western mag, sollte diesen Film schauen!

6/10


Donnerstag 19.8.

Heute hatte ich irgendwie „Emotional Thursday“ auf’m FFF, da man wirklich bei allen 5 Filmen, die ich geschaut habe, heulen konnte und das immer aus anderen Gründen. Ganz schön anstrengend für meine Gefühlswelt, aber auch gut!

The Ape

Vorab muss ich bemerken, dass es sehr schwer ist über den Film zu schreiben ohne zu spoilern. Ich versuch’s mal.
Eine sehr realistische Thriller-Drama-Mischung mit ganz neuer Herangehensweise und Blickwinkel. Der Film schafft es immer wieder, einen in den Bann zu ziehen, mit eindrucksvollen Szenen.
Leider hat mir die Machart so gar nicht gefallen, da es auch immer wieder Längen gab, die mich wieder total raus brachten. Dazu über den ganzen Film eine Super-Close-Up-Wackel-Cam, wo ruhige Einstellungen viel besser zu dem Film gepasst. Sehr, sehr schade, das der Streifen damit soviel von seinem Potential verschenkt. Trotzdem wirklich sehenswert! Einfach, weil’s mal was anderes ist.

5/10


For the good of the others

Ein wirklich wunderschön gefilmter Streifen mit excellenten Darstellern und richtig tollen Dialogen. Ein Film für Kopf und Herz ohne bei dem Thema jemals schwülstig oder kitschig zu werden. Am Anfang hat er auch noch herzlichen Humor, der dann mehr und mehr zur Tragödie turned. Das Ende hätte ich mir vielleicht etwas anders gewünscht, aber so passte es gut zum Film. Dazu noch ein umwerfender Soundtrack, der das tat, was ein Soundtrack soll, nämlich Gefühle zu unterstreichen und betonen.

8/10


Scouting Book for boys

Schön zu sehen, dass aus England auch noch andere Filme kommen, als nur Redneck-Gang-Movies, wie sie dieses Jahr auf dem FFF reichlich vertreten. Hier kommt eine Romanze der etwas anderen Art unter deren romantischen Mäntelchen schnell der Thriller sichtbar wird. Schön aufgezogener Spannungsbogen, der mehr und mehr eskaliert und auf die unvermeidliche Katastrophe zusteuert.
Ganz groß war Hauptdarsteller Thomas Turgose, der zuletzt in Eden Lake als kleiner Kotzbrocken so hassenswert war und diesmal den schüchternen, sensiblen David spielt, dass man ihn nicht wieder zu erkennen glaubt.

8/10


Backyard

Puuh.
Es gibt Filme, die tun einfach nur weh, weil sie schonungslos Gewalt zum Thema machen, wie sie täglich zig-fach auf der Welt geschieht. Filme, die nur schwer zu ertragen sind und obwohl sie klasse sind, man sich nicht danach sehnt, sie so schnell nochmal zu schauen, weil man weiss, welche Hölle einen erwartet.
Backyards ist exakt so ein Film und da wirkt es nur unmerklich schlimmer, dass er auf Tatsachen beruht.
In eindrucksvollen, oftmals beklemmenden und schwer erträglichen Szenen und Bildern nimmt einen der Film mit in die Hölle von Juarez, wo hunderte Frauen verschwinden, vergewaltigt, gefoltert und getötet und anschliessend wie Müll in die Wüste geworfen werden. Niemand interessiert sich dafür, weil’s „irgendwie dazu gehört und halt so ist“, was den Monstern, die die Taten begehen, quasi einen Freifahrtsschein gibt.
Es ist genau diese Ohnmacht, die einen Aufschreien und Heulen lässt.
Ganz groß finde ich bei diesem Film, wie er verschiedene Handlungsstränge erzählt, sie ganz ruhig, aber ohne Längen aufbaut und sie in immer schnelleren und kürzeren Wechseln gegenüber stellt, je mehr sie auf einen Höhepunkt zusteuern. Dadurch gelingt ihm eine grandiose Verküpfung von hochkomplexen Sachverhalten, wo auch Dinge wie Globalisierung; Profitgier globaler Großkonzerne; Politiker, die ihr Fähnchen im Wind drehen und noch auf ihren Machterhalt versessen sind; korrupte Polizei und Presse, die mehr an Schlagzeilen, als an Information und Aufklärung interessiert ist, ohne Überfrachtung kombiniert werden.
Trotzdem zeigt er die persönlich Seite dieser Tragödie und ausser der unschuldigen Opfer gibt es kein Gut und Böse bei den Charakteren, sondern alles vermischt zu einem dunklen Blutgrau.
Einziger, winziger Minuspunkt ist der Soundtrack, der nicht passt, aber ich denke, dass das so gewollt war, um die Bilder surreal, akkustisch zu verfremden.
Die Darsteller sind allesamt sehr gut und lassen damit das ganze authentisch wirken.
Keine leichte Kost, aber ein wichtiger und grandioser Film.

9,5/10


Dog Pound

Seit Sean Penn mit Bad Boys groß rauskam, hab‘ ich irgendwie’n Herz für Jugendknastfilme, auch wenn keiner mehr so recht an den genannten herankam.
Dies hat sich nun geändert, denn Dog Pound ist eine atemlose Tours de Force, die ohne große Vorworte direkt zur Sache kommt.
Am Anfang noch mit den Genre bedingten Stereo typen, wie der alteingesessenen, brutalen Gang, die Neuankömmling schikaniert, löst sich der Film schnell davon und wird zur Achterbahnfahrt der Gefühle, auf der man lacht, weint, hasst und verzweifelt in einem atemberaubendem Tempo.
Die Darsteller machen Ihre Sache richtig gut und glaubhaft.

8/10

Ich muss zugeben, dass ich dem FFF-Programm nie so skeptisch gegenüber stand, wie in diesem Jahr, aber dieser Tag hat mich so positiv überrascht, auch wenn er einem immer wieder sehr an die Nieren ging und den ein oder anderen Tritt in den Bauch verpasst hat.


Freitag 20.8.

Hidden

Schöner Gruselwusel aus Norwegen, der mit wenig Blut auskommt und trotzdem Gänsehaut garantiert. Wie der Titel schon sagt, lauert das Grauen im Verborgenen und äussert sich nur in Schreckszenen bis zum Finale.
Spannend und solide gemacht.

5/10


Caged

Was für ein Dreck!
Das positivste an diesem D-Movie ist, dass er einen lange glauben lässt:“Gleich geht’s los…“. Tut es aber nicht 😦
Was haben eigentlich die Ex-Jugoslawien-Republiken verbrochen, dass schrottige Wannabe-Regisseure immer dort die brutalen Hinterwäldler ansiedeln, die dann Ihre unschuldigen (West)-opfer abfoltern und meucheln?
…und wenn die bösen Protagonisten dann auch noch Goran und Zoran heissen, ist klar wie peinlich, lächerlich dieser Streifen ist. Selbst das Klischee vom „Lass mich zurück, ich halt Euch nur auf…“ wird gebracht. Noch nichtmals blutig ist dieser „Splatter“. 😀

1/10


Metropia

Sehr schön gemachter Animationsfilm mit interessanter Animationstechnik. Besonders toll hat mir die Atmosphäre gefallen, die erzeugt wird und einen schnell in die Welt von Metropia zieht.
Die Story ist ordentlich, wenn auch nicht übermässig innovativ und manchmal auch ein wenig krude, doch das passt schon.
Sehenswerter Film für Leute, die eine Mischung aus Film Noir, Dark City und Zentropa mögen.

7/10


Brotherhood

Findet Ihr, wie ich, Studentenverbindungen auch hirnrissig und die aerikanischen Theta-Zeta-Fucka mit Ihren pubertären Mutproben ganz besonders? Na dann seid Ihr hier richtig.
Das Teil geht sofort in die vollen mit dem Aufnahmeritual, eines Überfalls auf einen Shop, der sowas von in die Buchse geht.
Das Tempo bleibt hoch, wenn die Chara’s durchdrehen und die Situation retten wollen, doch die Spirale der widrigen Umstände und des Chaos dreht sich immer schneller und die Situationen werden immer skurriler. Auch wenn’s keine Komödie ist, wird immer schön mit schwarzem Humor gewürzt, was das ganze zu einem kurzweiligen Thriller macht. Cool.

7,5/10


Sphinx

Spannender und handwerklich gut gemachter Thriller ohne große Längen. Die Darsteller sind gut, die Story etwas flach aber dafür sind’n paar echt lässige Szenen dabei. Solides Mittelmaß.

5,5/10


Samstag 21.8.

Timer

Jahr für Jahr werden wir aus Hollywood mit banalen 08/15-Liebeskomödien zugeschissen, aber es gibt auch seltene Ausnahmen, wie Timer.
In einer nicht allzu fernen Zukunft kann man sich’nen Timer implantieren lassen, der einem genau anzeigt, wann man seinen Seelenverwandten trifft. Es entfallen also Trennungen, Herzschmerz, aber auch verliebt sein etc.
Mit dieser Ausgangslage startet eine intelligente Liebeskomödie ohne Kitsch dafür aber mit umso mehr Wort- und Situationskomik. Auch das Ende ist hollywooduntypisch und genau so erfrischend, wie der ganze Film.

8/10


Get Shorty

Ich hab‘ den Shorties mal wieder’ne Chance gegeben und wurde diesmal nicht enttäuscht.

• THE HORRIBLY SLOW MURDERER WITH THE EXTREMELY INEFFICIENT WEAPON
7/10
• THE STORY OF MY LIFE
6/10
• HE DIES AT THE END
9/10
• UYUNI
1/10
• I LOVE SARAH JANE
4/10
• HALF HEARTED
7/10
• LOVE ME TENDER
8/10
• SHINDA GAIJIN
6/10
• OMA RENNT!
5/10
• THE KINEMATOGRAPH
8/10

Ergibt eine Gesamtbewertung von:

6/10


The last days of Emma Blank

Herrlich skurriler und schwarzer Humor aus den Niederlanden. Die Charaktere sind klasse herrausgearbeitet bereiten einem jede Menge Freude.
Leider hängt der Film in der Mitte ziemlich durch, um dann am Schluss nochmal aufzudrehen. 15 Minuten weniger würden nicht schaden.

7/10


Outraged

Endlich wieder ein Yakuza-Movie von und mit Meister Takeshi Kitano.
Diesmal präsentiert er uns einen straighten, tempo- und actionreichen Thriller, in dem zielstrebig Boss um Boss und Familie um Famile ausgelöscht werden. Der für Kitano typische, trockene Humor fehlt auch nicht.
Dennoch ist dieser Streifen nicht mit seinen Yakuza-Meisterwerken, wie z.B. Brother zu vergleichen, da er völlig anders ist. Hier wird mehr auf das Yakuza im 21. Jahrhundert eingegangen, was zwar noch auf den alten Riten und Regeln der Samurai basiert, sie aber auch gleichermaßen für Habsucht und Macht ignoriert.
Leider werden dabei die Charaktere ziemlich ausseracht gelassen und es fehlen mir auch die ruhigen Szenen. Beides Stärken von Kitano auf die er diesmal völlig verzichtet.
Trotzdem ein guter Film, aber eben keiner seiner Besten.

7/10


L’Immortelle – 22 Bullets

Allerfeinste Actionware aus unserem Nachbarland.
Mafiaaussteiger Charly (Jean Reno) tritt zum letzten Rachfeldzug an um sich und seiner Familie den lang ersehnten und friedlichen Lebensabend zu sichern.
In grandioser „einsamer Wolf“ Manier wütet Reno durch Marseille und hinterlässt eine blutige Spur der Vergeltung. Dabei immer glänzend, spektakulär in Szene gesetzt und immer schön stylisch bleiben. Doch auch ruhige Dramaszenen und Momente des großen Pathos fehlen nicht.
Die Darsteller sind ausgezeichnet und ein Who’s who der französischen Szene. Allen voran natürlich Reno und Kad Merad (Schti’s) als sein gemeingefährlicher, hypochondrischer Gegenspieler.
Abgerundte wird das ganze noch mit Puccini-Arien als Soundtrack.
Ein rundherum gelungener Thriller!

9/10


Bedevilled

Ein Drama-Thriller wie er eigentlich nur aus Korea kommen kann.
Zwar braucht er eine ganz Weile bis er Fahrt aufnimmt und könnte bequem 25 Minuten kürzer sein, aber das verzeiht man am Ende.
Es ist nur so, dass man die ganze Inselbevölkerung incl. Besuch eh schon früh genug hasst, da einem bis dahin genug Tritte in den Magen verpasst wurden. Um so befreiender wenn das geknechtete Opfer dann endlich zurückschlägt.
Das tut sie dann aber um so schöner.
Schöner Abschlussfilm des Tages.

7,5/10


Sonntag 22.8.

Dossier K

Alle Jahre wieder präsentieren die Belgier um Jan Verheyen einen lässigen Thriller auf dem FFF und so auch dieses Mal.
Großes Erzählkino mit intelligenter und spannender Story, die wie man es bei ihm kennt, von Plot-Twists nur so wimmelt.
Mit u.a. Koen De Bouw und Filip Peeters sind natürlich auch wieder die üblichen Widersacher im Cast und garantieren für sehr gute darstellerische Leistungen.
Diesmal wurde das ganze noch mit reichlich Action angereichert.
Kommt nicht ganz an Loft aus dem Vorjahr heran, aber Belgische Krimis gehören für mich immer zu den Glanzlichtern des FFF.

8,5/10


Redline

Aua.
Ich hab‘ ihn ja schon schlecht erwartet, aber so schlecht.
Dilletantischer Zeichenstil, schlecht animiert, kein Chara-Design, fehlende Story und ein Humor, der noch nicht mal Vorschulkinder ein Lächeln abringen würde.
Positives gibt’s echt nicht viel. 1-2 lahme Gags waren vll nicht ganz so übel und das ein oder andere Alien war phantasievoll gemacht.

2/10


Ip Man II

Die Überaschung des FFF für mich.
Eigentlich bin ich da nur rein, weil ich absoluter Donnie Yen Fan bin und weil mir Facebook-Freunde aus China geschworen haben, dass der besser als der erste Teil ist. …und das ist er!
Der erste war ja bestenfalls mittelprächtig ohne zündende Kampfideen und total überfrachtet mit politischer Propaganda.
Man hat gelernt und mehr Wert auf Kung Fu gelegt, was auch daran lag, dass mit Sammo Hung auch der ewige Rivale Donnie’s mitspielt und somit auch diese Unantastbarkeit des 1.Teils wegfiel. Beim Kampf der beiden auf der losen Tischplatte rastete das Kino zum ersten Mal völlig aus.
Überhaupt war es so, wie man es sich wünscht, nämlich ein Kampf jagt den nächsten und dabei wurden die Settings und Kampfchoreographien sehr kreativ angelegt.
Die Japaner wurden nicht einfach durch die Engländer ersetzt, sondern natürlich gab’s 2 bööööse Engländer, aber der Aufruf des Ip Man zur Völkerverständigung am Schluss (und der Schluss überhaupt) zeichnete doch ein ganz anderes Bild als die Propaganda-Promo des ersten Teils.
Im Gegenteil fand ich als einzigen Kritikpunkt, dass das westliche Boxen dort ziemlich überhöht wurde oder glaugt wirklich jemand, dass ein Kung-Fu-Meister Probleme mit’nem Profiboxer hätte?
Die Story war natürlich eher nebensächlich und wahrscheinlich auch sehr frei nach den wahren Begebenheiten dramaturgisch angepasst. Der Ip Man war natürlich auch wieder das wahre Gute in Person, doch so muss es bei einer Legendenverfilmung ja auch sein. Der wunderschöne Soundtrack unterstrich die Pathetique des Films excellent.
Beim Finalkampf brachen im Kino alle Dämme und man konnte meinen, man sei live am Ring.

9/10


The killer inside me

Diesen Film zu bewerten, fällt mir echt so schwer, wie bei keinem anderen bisher. Er hatte so viel Gutes, aber auch viel Mist.
Ich liebe Film Noir und so hat das Teil natürlich schon mal’n Bonus, aber leider wird die recht gute Story filmerisch durch so viele Längen immer wieder eingeschläfert. Wenn man schon mal die inflationären Sexszenen und Rückblenden rausfiltert, würde man schon 20-30 Minuten sparen, die man besser füllen könnte.
…z.B. mit echt lässigen Dialogen, die der Film nämlich auch hat oder mit großartig atmosphärischen Bildern, wie sie nicht selten in dem Streifen sind.
Überhaupt hätte man den tollen Cast (abgesehen von J.Alba) weiter ausreizen können und müssen. Casey Affleck brilliert in der Rolle herausragend , aber weniger Monolog und mehr Dialoge, wie die mit Elias Coteas, Ned Beatty oder Simon Baker hätten das ganze aufgewertet, den letztere waren die Glanzpunkte des Films.
Leider verschenkt der Film sehr viel Potential.

6,5/10


Symbol

Endlich mal wieder skurriler und völlig abgedrehter Stuf aus Japan und das von niemand geringerem als Hitoshi Matsumoto, dem Mitglied und Begründer der legendären TV Show Gaki no tsukai ya arahende!! (oft kopiert-nie erreicht).
Streckenweise könnten speziell Matsumotos Szenen auch aus jener Serie stammen, wie seine verzweifelten Versuche dem Raum zu entkommen.

Grundsätzlich muss man sagen, dass man diesen Film nur lieben oder hassen kann. Da natürlich hauptsächlich Freunde des abgefahrenen, japanischen Films
im Kino waren, war das Gelächter und der Abschlussjubel groß, aber neben mir saßen auch so „ironisch gebrochene“ Intellektuelle, die noch nach dem Film entsetzt, den Sinn gesucht haben.
Für mich ein Highlight des Festivals.

9,5/10


Detour

Unbeschreiblich schlecht! Slasher ohne slash!

0/10


Der Sonntag war zusammen mit dem kommenden Dientag der gefürchteste Tag in meiner Planung und ich bin zufrieden, mit nur 2 Nieten davon gekommen zu sein, aber dafür gab’s auch 3 ganz große Winner. Morgen hab‘ ich Comedy-Day mit 4 Komödien von 5 Filmen. Schau’mer mal!

Montag 23.8.

Tucker & Dale vs. Evil

Sehr knuffige Splatter-Romantik-Komödie.
Knallige Situationskomik mit herrlichem Splatter-Slapstcik gepaart mit collem Wortwitz.
Tucker und Dale muss man einfach lieb haben.
Wie sagt Tucker so schön:“This vacation sucks!“

7/10


Gallants

Rentner dreh’n durch – Teil1
Mögt Ihr Filme der guten alten Hong Kong Schule von Shaw Bros. & Co.?
Dann seid Ihr hier genau richtig, wenn die rüstigen Helden der 60er und 70er nochmal zur finalen Herrausforderung antreten.
Persiflage und Hommage zu gleichen Teilen an/über ein großartiges Genre.

6/10


Harry Brown

Rentner dreh’n durch – Teil2
Jetzt ist wirklich Schluss mit lustig. Das sagt sich auch Harry, dem es endgültig reicht und der zum Gegenschlag ausholt.
Super atmospärischer, erschütternder und spannender Sozialthriller. In düsteren Bildern baut der Film immer wieder eine fast unerträgliche Spannung auf, die man im Kino schon fast fühlen konnte.
Herrausragend gespielt von Legende Michael Kaine und Ben Drew (Plan B), der nicht nur als Musiker zu überzeugen weiss.

9/10


Four Lions

Das Festival Highlight und der Favorit auf den Titel des besten Fresh Blood Films 2010.
Eine herrliche, sarkastische, kontroverse und mit viel excellenten, schwarzen, britischen Humor versehene Komödie, die klar und deutlich die Frage beantwortet:“Was darf Kunst/Humor?“ – Alles!!!
Dieser Film über ein paar „sympathische“ geistig minderbemittelte Gotteskrieger, die im Namen Allahs der dekadenten, westlichen Welt einen bombigen Denkzettel verpassen wollen.
So ein Film war längst überfällig und konnte natürlich nur aus England kommen, wo z.B. der geniale Omid Djalili, dies schon länger thematisiert.
Chris Morris treibt das ganze auf die Spitze, wenn er seine Protagonisten in pakistanische Trainingscamps schickt, absurde Überwachungsabwehrtechniken anwenden oder über lohnende Anschlagsziele streiten lässt. „Bomb the Mosque!“
btw nicht nur die Terroristen ahben ’nen Sockenschuss, sondern die Polizei mindesten genau so.
Die Charaktere sind allesamt genial entworfen und auch klasse gespielt.
Der Schluss könnte auch besser nicht sein.
Eine großartiger Film und die beste Komödie seid Jahren!

10/10


Vampires

Eigentlich bekommt man ja schon Ausschlag bei dem Thema, danke des ganzen Teen-Vampire-Kotz-Hype der letzten Jahre.
Dieser Film geht mal ganz anders ran und ist als Reportage über eine Vampirfamilie angelegt. Der Dokumentationsstil ist dabei sehr gut gemacht, aber leider hat mir das den Film auch manchmal etwas lang gemacht, wobei er immer wieder gelungene Gags eingestreut.
Cool fand ich die Chararktere.

5,5/10


Dienstag 24.8.

Love Crime

Ein cooler Psychothriller mit cleverer Story.
Die Hauptdarstellerinnen spielen Ihren Zickenkrieg hervorragend und das ganze wird auch nicht überreizt, sondern es geht dann zügig zur Sache und tricky zu Ende. Einfach gut!

7/10


Little Big Soldier

Schöner, knuffiger Roadmovie mit Action- und Comedyeinlagen. Dabei zeigt der Film teilweise sehr schöne Bilder und Szenen. Die Handlung ist eher rudimentär vorhanden und soll einfach der „Krieg-ist-sinnlos“ Botschaft den Boden bereiten. Leider ist er am Ende etwas too much.
Nichts desto trotz ein schöner Film, der von seinen Hauptdarstellern lebt.

6,5/10


The Wild Hunt

Mal wieder ein Griff ins Klo.
Es passiert einfach nix in dem Film, bis am Schluss für 2-3 Minuten die Lage eskaliert und dann ist er zu Ende. Am Anfang kann man ja noch über die Role-Play-Nerds lachen, aber dann gehen sie einem nur noch auf den Sack.

1/10


The Last Exorcism

Ich könnt‘ mich sooooo aufregen…
…doch eins nach dem anderen.
Erwartet hab‘ ich nix von dem Film, weil er ’ne „Notwahl“ war, da der Gegenfilm superübelst aussah.
Dann überascht der Film mich mit coolen, frischen Ideen, einer durchdachten Handlung, herrlicher Ironie, solider Machart und sehr guten Darstellern. Alles passte und ich hätte ’ne 8/10 gezogen und den Film als positive Überaschung verbucht.
…und dann versaut er in den letzten 5 Minuten alles! Der Schluss ist derartig bescheuert und passt überhaupt nicht zum Rest des Films. Schlimmer noch er führt die ganze, vorhergehende Handlung ad absurdum, was die Macher wohl als coolen Plot-Twist empfanden. Ich habe noch nie erlebt, dass ein Ende so sehr einen Film zerstören kann.
Schwer nun noch’ne Wertung zu finden…

5/10


Evil – In the times of the heroes

Die Zombie-Griechen aus Evil machen weiter, wo sie aufgehört haben. Die Gruppe der Überlebenden erhält ein paar Zu- und Abgängen und man schnetzelt sich fröhlich durch’s Zombie-verseuchte Athen. Blut und Körperteile in Mengen und eine wirre, durchgeknallte Story machen Spaß und die trashige Umsetzung sowieso. Leider auch’n paar Längen dabei, aber erträglich
Endlich solides in der Kategorie Midnight Madness.

5,5/10


Mittwoch 25.8.

The Chameleon

Ein als Thriller getarntes Drama, dass mich aber nie in seinen Bann ziehen konnte. Positiv zu erwähnen wären die Darsteller, allen voran die „Berufskaputte“ Ellen Barkin, die die Junkie-Mutter klasse spielt.
Wie langweilig der Film war, zeigt, dass in der 15 Uhr-Vorstellung jemand laut schnarchend eingeschlafen ist, was der Höhepunkt des Films war.^^

2/10


Two eyes staring

Siehe obigen Beitrag und addiere noch beschissene Schauspieler!
Ultralangweiliges 6th Sense für ganz Arme.

1/10


The disappearence of Alice Creed

Ganz nette 3-Eck-Kidnapping-Story mit vielen Twists.
Leider wird das ziemlich ausgereizt und zieht sich am Ende in die Länge, was auch die guten Darsteller nicht verhindern können. Ich persönlich hätte mir auch ein anderes Ende gewünscht, aber das ist halt Geschmacksache.

6,5/10


14 Blades

Nicht der offizielle aber mein persönlicher Abschlussfilm, da ich auf so Filme einfach stehe. Kostüme, Schwerter, Intrigen, Martial Arts und jede Menge Pathos. Dazu noch mein Liebling Donnie Yen mit Wei Zaho und Sammo Hung (Leider nur in Gastauftritt ohne Kampf).
So bot der Film auch alles, was ich mir erwartet hatte. Das ganze verpackt in einem Intrigen Road Movie mit coolen Charakteren.
Gestört hat mich ein wenig die Machart, d.h. er sah optisch ein wenig nach 70er Jahre aus und auch Kamera und Schnitt gefielen mir nicht immer, da Kampfszenen teilweise zu nah gefilmt wurden, so dass die Ästhetik der Choreographie nicht immer rüber kam.

8/10

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