Der Eindringling

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Land: Belgien
Jahr: 2005
Genre: Thriller/Drama
Regie: Frank van Mechelen
Drehbuch: Ward Hulselmans

Cast

Koen De Bouw …. Tom Vansant
Maaike Neuville …. Charlotte
Lien van Cant …. Louise
Els Dottermans …. Erika
Filip Peeters …. Roland Dunewolt
Gauthier de Fauconval …. Luc Florent
Steve Aernouts …. Freddy

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Inhalt

Tom ist ein engagierter, gutaussehender und beliebter Arzt in der Notaufnahme eines belgischen Großstadtkrankenhaus. Er lebt allein mit seiner Tochter, um die sich seine Welt dreht und die er so sehr liebt, dass er selbst für Beziehungen kein Interesse hat.

18 Monate später…

Tom ist ein Schatten seiner selbst. Seine Tochter ist nun schon 1,5 Jahren verschwunden und nachdem er zum wiederholten Male die Nerven verliert, wird er von seinem Job suspendiert. Als er wiedermal Nachts durch Restaurants, Bars und Cafés zieht, um überall das Bild seiner Tochter zu verteilen, trifft er ein junges obdachloses Mädchen, die ihm erzählt, dass sie seine Tochter Louise geseh´n hätte. Fatalerweise nimmt er sie mit nach hause und sieht sich schon am nächsten Morgen dem Verdacht des Kindesmissbrauchs ausgesetzt, denn das Mädchen wird ebenfalls von seiner Familie gesucht.
Als die Situation aufgelöst scheint, Tom wieder zu Hause und das Mädchen -dessen Name Charlotte zu sein scheint- wieder bei seiner Familie ist, beschliesst Tom, Charlotte in ihr wallonische Heimatdorf nachzureisen.
Leidlich als urlaubender Camper getarnt, versucht er Kontakt zu Charlotte zu bekommen, da sie für ihn der Schlüssel zu Louise´s Verschwinden zu sein scheint. Zu Hause angekommen gebart sich Charlotte mehr und mehr seltsam. Auch der Rest des Dorfes, der durch jahrhundertelange Inzucht miteinander verwand oder verschwägert ist, stellt sich als höchst merkwürdig und fremdenfeindlich dar.
Je tiefer Tom in dieses Millieu eindringt, um so mehr Fragen werden aufgeworfen und die Lösung des Rätsels rückt in immer weitere Ferne, wenn es überhaupt eines zu lösen gibt…

Meinung

Ein Film über spurlos verschwundene Mädchen aus Belgien birgt natürlich eine Menge Beklemmungspotential und genau das spielt van Mechelen hier voll aus.
Dabei geht er sehr behutsam und präzise vor, so dass dieser äusserst prekäre Drahtseilakt gelingt. Kein sensationsgeiler und Opfer verhöhnender Voyeurismus, sondern eine äusserst gelungene Verschmelzung aus Drama und Thriller mit einer wahnsinnig dichten und beängistigend realistischen Atmosphäre.
Das dies so überzeugend gelingt, ist nicht zu letzt den hervorragend agierenden Schauspielern zu verdanken.
Auch die Auflösung enthält noch manch Überraschung und macht gerade Eltern und solche die es werden wollen, sehr sehr nachdenklich.
Ein wirklich kleines, aber feines Juwel der Filmkunst!

9/10

-Lain-

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