Dolls

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Land: Japan
Jahr: 2002
Genre: Drama
Regie: Takeshi Kitano
Drehbuch: Takeshi Kitano

Cast

Miho Kanno …. Sawako
Hidetoshi Nishijima…. Matsumoto
Tatsuya Mihashi …. Hiro (The Boss)
Chieko Matsubara …. Ryoko (Frau im Park)
Kyôko Fukada …. Haruna Yamaguchi (Pop Star)
Tsutomu Takeshige …. Nukui (Fan)

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Inhalt

Drei Geschichten werden in diesem Film erzählt:

Matsumoto verlässt, auf massiven Druck seiner Eltern, die Liebe seines Lebens, Sawako. Stattdessen entschliesst er sich, die Tochter des Chefs zu heiraten und damit einer steilen Karriere entgegenzusehen. Am Tage der Hochzeit stehen plötzlich Freunde von Sawako vor der Tür und berichten von ihrem missglücktem Selbstmordversuch…

Jeden Samstag trifft der junge Hiro seine angebetete Ryoko im Park. Sie verbringen ihre Zeit zusammen und geniessen die liebevoll zubereiteten Lunchpacks von Ryoko. Eines Tages beschliesst Hiro, loszuziehen und sein Glück zu suchen, um als gemachter Mann zu Ryoko zurückzukehren.
Jahrzehnte später ist Hiro ein mächtiger Yakuza-Boss und lebt einsam nur von seinen Leibwächtern umgeben. Als er sich entschliesst, mal wieder das Haus zu verlassen, trifft er auf einer Bank im Park eine Frau, die mit 2 Lunchboxen auf ihren Freund wartet. Samstag für Samstag…

Nukui ist besessener Fan des Popsternchens Haruna Yamaguchi. Als Haruna bei einem schweren Autounfall verletzt wird, beschliesst sie, sich zurückzuziehen, damit niemand mehr ihr entstelltes Gesicht sehen kann. Darauf hin beschliesst Nukui, sich das Augenlicht zu nehmen…

Meinung

Ich will gar nicht lang mit meiner Meinung hinter den Berg halten:
Für mich ist das der beste Film zum Thema Liebe, den ich je gesehen habe!

Ruhig und im wahrsten Sinne des Wortes „liebevoll“ werden die drei Geschichten erzählt und einfallsreich miteinander verknüpft. Dabei spürt man diese typische Kitano-Atmosphäre, wie man sie schon aus Filmen, wie Brother oder Hana-Bi kannte, nur noch intensiver, noch ästhetischer, kurz: noch umwerfender!
Statt Hollywood-Happy-End-Gesülze, gewährt uns der Meister einen Blick auf die echte, die einzige, die wahre Liebe. Die Liebe in all ihrer Tiefe und Schönheit, aber auch die Liebe, die so grausam schmerzt, wie keine Verletzung oder Krankheit, die die Menschen kennen. Liebe, die Neues entstehen lässt, aber auch Wunderschönstes zerstört, nur um leise Hoffnungen zu wecken, die so willkürlich wieder vernichtet weden, wie sie aufkeimten.
Wie Bach oder Beethoven es mit Tönen taten, komponiert Kitano mit Bildern, die so poetisch, kraftvoll und atemberaubend sind, dass in einem selbst, die ganze Klaviatur der Emotionen zu einer Sinfonie ansteigt.
In dieser Komposition wirken die Darsteller, wie gezielt eingesetzte Solisten, die dem ganzen die Konturen verleihen und sie doch auch wieder polyphon miteinander verschmelzen lassen. Auch wenn alle ausnahmslos grandios sind, möchte ich Miho Kanno hervorheben, die meiner Meinung nach mit dem wenigsten Text, die grösste Aussagekraft entfaltet. Gehüllt werden die Darsteller in Kostüme, die perfekt auf die landschaftlichen und jahreszeitlichen Schönheiten Japans abgestimmt sind.
Ein ebenso lieblicher und zarter Soundtrack rundet das ganze zu einem Meisterwerk ab, dass seines gleichen sucht.

Sonstiges

Kitano spielt ausnahmsweise nicht mit. Als Grund gibt er an, dass er sich nicht in den Kostümen sehen wollte, doch das scheint mir etwas fadenscheinig, denn für die Rolle des Matsumoto -der einzige, männliche Darsteller in Kostüm- ist er eindeutig zu alt. Stattdessen würde er meiner Meinung nach glänzend, in die Rolle des Yakuza-Bosses passen, aber dafür hält sich der alte Macho wohl zu jung was.^^

10/10

-Lain-

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