Seom – Die Insel

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Originaltitel: Seom
Land: Südkorea
Jahr: 2000
Genre: Drama
Drehbuch: Kim Ki-duk
Regie: Kim Ki-duk

Cast:

Suh Jung ……… Hee-jin
Kim Yosuuk ……… Hyun Shik
Park Sung-hee ……… Eun-A
Jo Jae-hyeon ……… Mang-chee

Laufzeit : 85 Minuten

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Inhalt

Ein See in malerischer Umgebung mit kleinen, schwimmenden Hütten, die angelnden Touristen zur Erholung dienen sollen. Angeln ist allerdings eher sekundär, denn auf die Hütten begeben sich Geschäftsleute mit Ihren Geliebten bzw. ****n oder auch mal ein Krimineller, der ein wenig abtauchen muss. Mittendrin ist die stumme Hee-jin, die Vermieterin. Sie transportiert die Gäste zu den Inseln und versorgt sie ansonsten mit allem, was sie so brauchen, wobei „alles“ auch Ihren Körper beinhaltet. Ansonsten wahrt die geheimnisvolle Hee-jin größtmögliche Distanz zu anderen Menschen. Das ändert sich langsam, als ein Gast an den See kommt, der eine ähnliche Aura ausstrahlt, wie sie selbst. Sie verliebt sich in ihn und nachdem sie ihm ,bei einem Selbstmordversuch, das Leben rettet, kommen sich die zwei näher und es entwickelt sich eine spröde, ja fast schon bizarre Beziehung, voller Extreme und Missverständnisse, die zu tragischen Bluttaten führen.

Meinung

Ein düsterer Film, der Anfangs so ruhig und zart daher kommt, dass man die Grausamkeit nicht erahnt, die Kim Ki-duk für den Zuschauer bereit hält. Dabei sind es nicht so sehr Schockeffekte oder Splatterszenen, die den Film so hart machen. Viel mehr ist die menschliche und psychische Grausamkeit, die diesen Film so beklemmend und teilweise auch verstörend machen. Fast frei von Dialogen, ist es die Stimmung des Films, die einen in den Bann zieht.
Die sehr guten Darsteller tragen viel zum Gelingen dieses Filmes bei. Besonders die Hauptdarstellerin Suh Jung agiert unwahrscheinlich stark und verleiht der Figur diese emotionsgeladene Mischung, aus dem ganzen Spektrum menschlicher Natur. Fließend gelingt es ihr dabei, auch die gegensätzlichsten Charaktereigenschaften spielerisch miteinander zu verweben.
Ein weiteres Highlight dieses Films sind die großartigen Bilder. Wunderschön und regelrecht ergreifend, stehen sie phasenweise im krassen Gegensatz zur harten Handlung und den Taten der Protagonisten.
Leider gibt es aber auch Kritikpunkte anzubringen, die mir nicht so toll gefallen haben. Auch wenn der Film teilweise davon lebt, so frag ich mich doch bei einigen Handlungen der Akteure:“Warum hat sie/er denn das jetzt gemacht?“ Auch der Schluss wird meiner Meinung nach, dem Film nicht gerecht.
Persönlich möchte ich Kim noch ins Stammbuch schreiben, dass auch wenn Fische nicht schreien können, sie doch fühlende Wesen sind und die Szenen in den sie gefoltert, ja massakriert werden, nicht nach meinem Geschmack sind. Egal wie meisterhaft ein Film auch ist, so ist es immer noch Unterhaltung und ich lehne es ab, zur Unterhaltung Lebewesen zu quälen. Das hätte man zum einen anders lösen können und zum anderen auch nicht derart inflationär einsetzen müssen. Apropos inflationär. Die ein oder andere Sexszene weniger, hätte dem Film auch gut getan. Getreu dem Motto „weniger ist mehr“. Schon zur Hälfte des Films hörte ich mich im Geiste sagen:“ Och nich schon wieder!“, wenn sich zwei Personen auch nur näher als einen Meter kamen, da man wusste, was jetzt folgen würde.
Alles in allem ist es ein sehr guter Film, der durch seine ganz spezielle Atmosphäre, die Grausamkeit und Schönheit, des menschlichen Wesens vermittelt. Uneingeschränkt jedem empfehlen, kann man ihn aber nicht, da er schon ziemlich hartes Brot ist.


Sonstiges

Auch wenn der Vergleich hinkt, wie nix gutes, so möchte ich doch noch etwas anmerken.
Die Stimmung, die „Die Insel“ in mir hervorrief, ließ sich am ehesten mit der vergleichen, die ich empfand, als ich das erste mal „Elfen Lied“ sah.
Auch wenn man ansonsten diese beiden Werke nicht miteinander vergleichen kann.

7,5/10

-Lain-


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